Datum: 13. – 20. September 2025
Boote: 1x Lagoon 40, 2x Bavaria C45
Anzahl: 30 Personen
Start/ Ziel: Alimos Marina
Seemeilen: 160
Nachdem sich einige von uns bereits ein paar Tage zuvor in Athen getroffen hatten, um gemeinsam die Akropolis zu bestaunen, das erste Gyros zu genießen und den ersten Ouzo zu probieren, ging es am Sonntagvormittag endlich Richtung Hafen. Dort warteten schon zwei Monohulls und ein Katamaran auf unsere Gruppe. Während die Boote übergeben wurden, war das Küchenteam bereits im Supermarkt unterwegs, um den Proviant für die kommenden Tage zu besorgen.
Den ersten Abend verbrachten wir noch im Hafen – ganz entspannt bei Pizza und netten Gesprächen, um uns gegenseitig kennenzulernen und in Urlaubsstimmung zu kommen. Am nächsten Morgen versammelten sich alle drei Crews zum offiziellen Willkommensbriefing. Nach einer kurzen Ansprache wurden unsere Goodies verteilt: ein Dry Bag, ein Segel-T-Shirt und eine Zeitschrift von Charter Bar. Dann hieß es endlich: Leinen los!
Der erste Tag auf See hatte es in sich – der Wind war kräftig, und so manch einer opferte sein Frühstück (und das erste Bier) den Fischen. Doch die Mühe wurde belohnt: Wir entdeckten Meeresschildkröten, und eine Delfinfamilie begleitete uns ein Stück auf unserem Weg. Nach rund sechs Stunden erreichten wir zum Sonnenuntergang eine traumhafte Bucht auf Kea. Gemeinsam kochten wir, spielten Spiele und genossen den Abend unter dem Sternenhimmel. Da wir vor Anker lagen, teilten wir die Nachtwache auf – immer zwei Personen achteten darauf, dass die Boote sicher lagen und wir nicht abtrieben.
Der zweite Tag stand ganz im Zeichen des Badespaßes. Wir blieben den ganzen Tag in der Bucht – nur wir, das Meer und die Sonne. Die SUPs wurden ins Wasser geworfen, es wurde geschnorchelt, gelesen, getanzt, geschlafen und natürlich auch das ein oder andere Getränk genossen. Das war pure Freiheit!
Nach dem ersten Kaffee am nächsten Morgen setzten wir Kurs auf Laurium. Dort legten wir im Hafen an und ließen den Tag bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen – inklusive Geburtstagsfeier eines Crewmitglieds. Für die Sportlichen unter uns ging es am nächsten Morgen noch auf eine kleine Laufrunde über das Festland, bevor wir weiter nach Ägina segelten. Auch dort erwartete uns wieder eine ruhige Bucht, in der wir badeten, Sonne tankten und einen spektakulären Sonnenuntergang erleben durften. Die Nacht war jedoch etwas unruhig – der Wind und die geringe Wassertiefe hielten die Nachtwache gut auf Trab.
Am nächsten Tag segelten wir nach Salamina, wo wir bereits mittags ankamen. Der Nachmittag gehörte wieder ganz dem Entspannen, Schwimmen und gelegentlichen Bierchen. Abends fuhren wir mit dem Dinghy an Land und ließen den Tag in einem gemütlichen Restaurant direkt am Wasser ausklingen.
Und dann war er auch schon da – unser letzter Tag auf See. Am Vormittag machten wir uns auf den Rückweg Richtung Athen. Auf dem Weg passierten wir das griechische Marinegebiet und konnten sogar U-Boote erspähen – ein aufregender Abschluss unserer Reise! Mit ordentlich Wind liefen wir schließlich in den Hafen von Athen ein. Unsere Skipper manövrierten die Boote wie echte Profis an ihren Platz zurück.
Dann hieß es: aufräumen, packen, die letzten Reste essen und das letzte Bier mit ein paar Runden Flunkyball genießen. Schließlich krochen alle – mit einem vollen Herzen und einem vollen Bauch – ein letztes Mal in ihre Kajüten.
Für einige klingelte der Wecker bereits um 4:00 Uhr, während andere noch ein paar Tage in Athen blieben.
Eines steht fest: Es war ein ganz besonderer Trip – voller Sonne, Meer, Lachen und unvergesslicher Momente.
Geschrieben von Laura
Datum: 07. – 14. September 2024
Boote: 2x Lagoon 40
Anzahl: 20 Personen
Start/ Ziel: Marina Portorosa
Seemeilen: 80


Dieses Jahr startete unser Segelabenteuer zum zweiten Mal von Sizilien – diesmal jedoch von der anderen Seite der Insel, mit einem neuen Ziel vor Augen: die Liparischen Inseln.
In diesem Jahr waren wir mit zwei Katamaranen unterwegs. Wie jedes Jahr begann alles mit dem vertrauten Ritual: Boote übernehmen, Kabinen beziehen und den ersten Großeinkauf erledigen. Zum Glück gab es diesmal direkt am Hafen einen Supermarkt – das hat uns einiges an Schlepperei erspart. Der Abend klang gemütlich bei Pizza und ein paar Knotenkunde-Übungen aus – ganz entspannt, bevor das Abenteuer richtig losging.
Am Sonntagmorgen hieß es dann endlich: Leinen los, Kurs Richtung Lipari!
Nach vielen Jahren auf Monohulls war das große Netz und die Weite des Katamarans ein echtes Highlight. Die meiste Zeit verbrachten wir vorne auf dem Trampolin – lesend, schlafend oder einfach nur dem Meeresrauschen lauschend. Zwischendurch legten wir immer wieder Badestopps ein, bevor uns der kleine, idyllische Hafen von Lipari schließlich bei Sonnenuntergang willkommen hieß.
Den Abend verbrachten wir gemeinsam an Bord: Es wurde gekocht, gelacht, gespielt und das ein oder andere „Spaßgetränk“ genossen. Am nächsten Morgen zog es die Frühaufsteher unter uns noch zu einer kurzen Laufrunde über die Insel, bevor wir mittags den Anker lichteten und zur nächsten Etappe aufbrachen – Panarea.
In einer ruhigen, türkisblauen Bucht ließen wir uns nieder und genossen den restlichen Sonnentag in vollen Zügen. Das absolute Highlight dieses Ortes war der Blick auf den aktiven Stromboli, der in der Ferne Rauchwolken ausstieß – ein unvergesslicher Anblick!
Am nächsten Morgen weckte uns der feine Geruch von Schwefel – ein Zeichen, dass wir uns dem nächsten Ziel näherten: Vulcano. Dort machten wir an einem kleinen Steg fest, nutzten die Gelegenheit, um unsere Vorräte aufzufüllen, und erkundeten den berühmten schwarzen Sandstrand. Am darauffolgenden Tag segelten wir nur ein kurzes Stück weiter zur Südspitze der Insel und verbrachten die Nacht in einer malerischen Bucht. Der Abend endete in einem kleinen, typisch italienischen Restaurant mit köstlichem Essen, bevor wir uns – mit Taschenlampen bewaffnet – im Dunkeln mit dem Dinghy zurück zum Boot aufmachten.
Doch das Mittelmeer hatte seine eigene Dramaturgie: Ein aufziehendes Gewitter zwang uns bereits am Donnerstag zur Rückkehr in den Hafen. Die Stimmung war angespannt – die Wellen wurden höher, die Einfahrt forderte volle Konzentration von allen. Es war aufregend zu sehen, wie jedes Boot trotz der Bedingungen sicher zurückkam.
Am Abend stießen wir auf einen gelungenen Segeltrip, eine großartige Organisation und die wunderbare Freundschaft unserer Skipper an. Der Freitag gehörte dann der Erholung – einige ließen am Strand die Sonne auf der Haut brennen, während andere abenteuerlustig einen Spaziergang bis zum Wellenbrecher wagten (nicht ganz ohne Risiko!).
Am Ende kehrten – mehr oder weniger unversehrt😉 – alle glücklich und erfüllt nach Hause zurück.
Eines ist sicher: Auch dieser Törn wird uns noch lange in Erinnerung bleiben – mit salziger Haut, Wind im Haar und einem Lächeln im Gesicht.
Geschrieben von Elli



Datum: 09. – 16. September 2023
Boote: 2x Sun Odyssey 45, 1x Sun Odyssey 50
Anzahl: 33 Personen
Start/ Ziel: Marina Villa Igiea
Seemeilen: 163


Dieses Jahr startete unser Segelabenteuer wieder von Sizilien – mit einem neuen Revier, neuen Inseln und der gewohnten Portion Vorfreude.
Doch wie immer galt: erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Also wurde fleißig eingekauft, geschleppt und alles in den Kajüten verstaut. Die Hitze war dieses Jahr besonders gnadenlos – ein Glück, dass es im Hafen noch ein paar Duschen gab 😊.
Wir waren wieder mit drei Monohulls unterwegs – inzwischen echte Profis im Handling dieser Boote. Als auch das letzte Gepäck an Bord war, hieß es am Sonntagmorgen: Segel setzen! Unser Ziel: Trapani.
Begleitet von unserem Lieblingssong „Sail Away“ glitten wir aus dem Hafen. Erst in diesem Moment wurde uns bewusst, wie wunderschön Sizilien wirklich ist – die raue Felsküste, das glitzernde Meer und die Flugzeuge, die direkt über uns hinwegstarteten, als wollten sie uns eine gute Reise wünschen.
Gemütlich segelten wir in den Sonnenuntergang und warfen in einer stillen Bucht vor Balestrate den Anker. Eine laue Sommernacht unter einem klaren Sternenhimmel wartete auf uns – der perfekte Start in die Woche.
Am nächsten Morgen, nach einem ausgedehnten Frühstück (und mehreren gescheiterten Versuchen, die Kaffeemaschine zum Laufen zu bringen), setzten wir wieder die Segel Richtung Trapani. Unterwegs legten wir immer wieder Badestopps ein – glasklares Wasser, Sonne auf der Haut und einfach nur Freiheit. Gegen Abend liefen wir in den Hafen von Trapani ein. Obwohl erst zwei Tage vergangen waren, freuten sich alle auf eine richtige Dusche – und merkten dabei, dass selbst an Land noch alles ein wenig schwankte.
Abends ging es gemeinsam zum Italiener, wo wir gutes Essen, Wein und jede Menge Gelächter genossen. Einige ließen den Abend ruhig auf dem Boot ausklingen, andere erkundeten noch das Nachtleben der Stadt – Hauptsache Dolce Vita!
Am nächsten Morgen war die Crew wieder vollständig an Bord, und wir machten uns auf den Weg zur Insel Favignana. Ab Mittag lagen wir in einer traumhaften Bucht mit türkisblauem Wasser – einfach paradiesisch. Wir verbrachten den Tag mit Schwimmen, Feiern und Sonne tanken. Nachts lagen wir im Hafen und der Sternenhimmel schien noch klarer als zuvor – ein Moment, den keiner von uns so schnell vergessen wird.
Der nächste Tag begann mit einem kleinen Abenteuer: Zwei von uns setzten mit dem Dinghy zum Festland über, um frisches Brot zu holen, während der Rest an Bord badete, Knoten übte oder den Skippern Löcher in den Bauch fragte. Danach segelten wir weiter – etwa zwei, drei Stunden – bis zur wohl schönsten Bucht des gesamten Trips, im Norden der Insel Levanzo.
Dort lagen wir ganz allein, umgeben von Felsen und dem tiefblauen Meer. Wir banden die Boote sternförmig zusammen, sprangen ins Wasser, hörten Musik und feierten den Abend mit viel Lachen und guter Laune.
Und schon brach der vorletzte Tag auf See an – Zeit, langsam den Kurs zurück Richtung Palermo zu setzen. Der Tag verlief entspannt: lesen, schlafen, spielen, sonnen. Gegen Abend erreichten wir den kleinen Hafen von San Vito Lo Capo, einer lebendigen, charmanten Stadt. Dort ließen wir uns ein letztes Mal ein fantastisches Abendessen schmecken und schlenderten durch die belebten Straßen – mit Eis in der Hand und einem zufriedenen Lächeln im Gesicht.
Zurück in Palermo hieß es dann: Boote aufräumen, Taschen packen, verschwundene Socken und Handtücher wiederfinden – und natürlich das traditionelle Restessen. Alles, was noch da war, kam auf den Tisch. Und was wäre ein Segeltrip ohne das legendäre Flunkyball-Finale? Genau – kein richtiger Sail with Friends-Trip! So wurde auch das letzte Bier würdig geleert.
Am nächsten Morgen machten sich die ersten früh auf den Weg zum Flughafen, während andere die Gelegenheit nutzten, noch ein paar Tage auf der Insel zu verbringen.
Eines steht fest: Sizilien – du warst fantastisch. Sonne, Wind, Meer, Freundschaft – mehr braucht es nicht für eine unvergessliche Zeit.
🌅⚓
Geschrieben von Manu



Datum: 10. – 17. September 2022
Boote: 2x Oceanis 45, 1x Oceanis 51
Anzahl: 30 Personen
Start/ Ziel: Marina d’Arechi
Seemeilen: 120
Nach vier Jahren Segeln war klar: Wir sind keine Neulinge mehr.
Aber als wir im Juni 2022 in Marina d’Arechi, Salerno, ankamen, standen wir plötzlich wieder da – zwischen drei riesigen Booten, 30 Leuten, unzähligen Taschen und einem Lebensmitteleinkauf, der einem halben Supermarkt glich.
Drei Boote, drei Skipper, drei Funkkanäle. Das Abenteuer konnte beginnen. Sonntagmorgen, 9 Uhr: „Segel setzen!“ Der Wind stand perfekt, die Boote glitten nebeneinander entlang der spektakulären Amalfiküste – vorbei an Positano, entlang der steilen Felsen, an denen sich bunte Häuser wie Waben an den Hang schmiegen.
Über Funk liefen Lieder von See und Sonne. Gegen Nachmittag liefen wir im Hafen von Amalfi ein – ein kleines Kunststück bei drei Booten gleichzeitig. Am Abend gab’s Pizza direkt am Steg, Gelato auf der Piazza und später Wein auf den Booten. Irgendwann klopfte jemand rhythmisch mit einem Kochlöffel auf den Tisch – und zehn Minuten später tanzten alle auf Deck.
Montag war Badetag. Ziel: die Bojen vor Nerano. Wir machten uns zu einem kleinen schwimmenden Dorf – Boote aneinander vertäut, Leinen kreuz und quer, Musik aus allen Ecken. Mittags wurde gemeinsam gekocht: Pasta auf drei Herden, Soße aus einem riesigen Topf, der per Dinghy von Boot zu Boot wanderte.
Später lag jemand auf dem Bugnetz, las, andere sprangen ins Wasser, ein paar versuchten sich an Knoten oder am SUP. Es war dieser perfekte Moment, in dem man merkt, dass man nichts mehr braucht als Sonne, Freunde und Meer.
Dienstagmorgen: Weiterfahrt nach Ischia, Hafen St. Angelo. Die Einfahrt in den kleinen, malerischen Hafen war wie in eine andere Welt. Am Nachmittag zogen wir weiter zum Maronti-Strand, badeten, lachten, spielten Ball. Abends saßen alle auf Deck, sahen den Vulkan Stromboli in der Ferne glühen. Der Tag endete in Sorgeto, wo die heißen Quellen ins Meer sprudeln. Einige sprangen direkt ins lauwarme Wasser, andere hielten einfach die Füße rein – Wein in der Hand, Sterne über uns.
Am Mittwoch ging es weiter nach Procida, der kleinsten und vielleicht buntesten Insel des Golfs von Neapel. Die bunten Häuschen spiegelten sich im Wasser, Möwen kreisten, und die Sonne stand tief. Am letzten Abend saßen wir alle auf Deck, stiller als sonst. Drei Boote lagen Seite an Seite, und über Funk sagte jemand:
„Wenn’s morgen vorbei ist, fahren wir einfach nochmal, oder?“
Alle lachten – und irgendwie wusste jeder:
Das war der Sommer, den man nie vergisst.
Geschrieben von Patrick
Datum: 11. – 18. September 2021
Boote: 2x Sun Odyssey 45, 1x Sun Odyssey 50
Anzahl: 30 Personen
Start/ Ziel: Marina Dalmacija
Seemeilen: 153
Der dritte Sommer sollte alles toppen: Sukosan, Marina Dalmacija, Sonne, 30 Freunde, drei Boote – und der ehrgeizige Plan, eine Woche lang die Inselwelt der Kornaten unsicher zu machen.
Schon beim Check-in wurde klar: Das wird keine gewöhnliche Woche. Allein die Koordination von drei Crews, Einkäufen und Kabinenverteilungen war eine logistische Meisterleistung. Zwanzig Minuten nach Ankunft fuhren die ersten Einkaufswägen in Richtung Steg, überladen mit Pasta, Tomatensauce und unzähligen Getränkekisten.
Ein älterer Skipper aus der Nachbarcrew beobachtete das Spektakel schmunzelnd und meinte nur: „Drei Boote? Drei Tage Ruhe maximal.“ Er sollte nicht ganz Unrecht behalten. Sonntagmorgen, Sonnenaufgang in Sukosan. Die Motoren brummten, Fender wurden hektisch nach oben gezogen, und der Funkverkehr begann: „Boot 1 an Boot 2, hört ihr uns?“ – „Nur wenn ihr endlich auf Kanal 6 bleibt!“
Kurz nach dem Auslaufen wurde aus der geplanten „gemütlichen Überfahrt“ spontan die erste Regatta der Woche. Drei Boote, drei Skipper mit glänzenden Augen – und plötzlich voller Ehrgeiz.
Am Abend erreichten wir Insel Žut – eine einsame Bucht mit einem kleinen Holzsteg und einer Konoba direkt am Wasser. Die Tische bogen sich unter gegrilltem Fisch, Octopus-Salat und Weißwein. Irgendwann, gegen Mitternacht, sang jemand „Angels“ – und plötzlich sangen alle mit.
Am nächsten Morgen ging es Richtung Kornati-Nationalpark. Der Wind war mild, das Meer ruhig – ideal zum Segeln und für ein Gruppenfoto aus der Luft.
Die Drohne stieg majestätisch auf, schwebte über der Formation – und verschwand fünf Minuten später spurlos im Meer. Sekunden der Stille. Dann: kollektives Lachen.
Mittags ankerten wir in einer türkisblauen Bucht. Einer nannte sie „Seekuhbucht“, weil dort angeblich eine Robbe gesichtet wurde (was niemand glaubte, bis später wirklich etwas im Wasser auftauchte – wahrscheinlich aber nur ein treibender Fender).
Nachmittags holte sich jeder den ersten richtigen Sonnenbrand der Woche. Aloe Vera wurde zur Bordwährung.
Am dritten Tag segelten wir weiter nach Sali auf Dugi Otok, einem charmanten kleinen Hafenort mit bunten Häusern und zwei Bars – eine mit Namen, eine ohne.
Natürlich entschieden wir uns für die ohne. Dort, zwischen Fischerbooten und alten Einheimischen, begann einer mit einem spontanen Tanz auf dem Steg. Zehn Minuten später tanzten alle drei Crews. Die Besitzerin, eine ältere Kroatin mit Zigarettenspitze, lachte nur und brachte weiteren Rakija.
Zurück an Bord wurde noch gebadet, obwohl es längst dunkel war. Das Meer war schwarz, der Himmel glitzerte – und plötzlich war Stille. Nur das leise Klatschen der Wellen gegen den Rumpf. Einer sagte: „Ich glaub, das hier ist Glück.“ Niemand widersprach.
Mittwoch kam Wind auf – richtig Wind. Auf dem Weg nach Vrgada mussten die Crews zum ersten Mal ernsthaft zusammenarbeiten. Segel reffen, Leinen sichern, Wellen abwettern. Als der Wind nachließ, war die Stimmung euphorisch. In Vrgada legten wir längsseits an, sprangen vom Steg ins Wasser, und grillten gemeinsam auf dem Boot. Es wurde laut, ausgelassen, eng – und wunderschön.
Nach den abenteuerlichen Tagen beschlossen alle drei Crews, einen Ruhetag einzulegen. Wir fanden eine abgelegene Bucht auf Levrnaka, umgeben von Felsen, türkisblauem Wasser und absoluter Stille. Die Boote wurden längs nebeneinander vertäut – zur schwimmenden Insel. Tagsüber Sprünge ins Wasser, Musik, Wassermelonen und improvisierte Cocktails. Abends kochten wir gemeinsam Pasta auf allen drei Booten – ein kulinarischer Marathon mit viel Lachen, Knoblauch und einem Teelichtmeer auf Deck.
Am letzten Tag hieß es: Segel hoch Richtung Zadar. Der Wind trug uns sanft, und über Funk liefen die letzten Koordinationsrufe. Alle Boote segelten Seite an Seite – eine Formation, die selbst die Profiskipper im Hafen anerkennend beäugten.
Drei Boote, dreißig Menschen, unzählige Erinnerungen. Und als die Sonne im Meer versank, wussten wir: Das war der Sommer, an dem wir wirklich Teil der See wurden.
Geschrieben von Nadine
Datum: 26. September – 03. Oktober 2020
Boote: Oceanis 45
Anzahl: 10 Personen
Start/ Ziel: Marina d’Arechi
Seemeilen: 105
Ein Jahr nach unserem allerersten Törn kehrten wir zurück – Salerno, Runde zwei!
Diesmal wussten wir schon, was uns erwartet: Sonne, Salz auf der Haut, und eine Woche ohne Zeitgefühl. Schon beim Betreten der Marina d’Arechi fühlte es sich an wie Heimkommen. Unser Boot stand schon bereit, glänzend in der Sonne – etwas größer als im Vorjahr, was wir natürlich sofort als Zeichen unserer „Profi-Karriere“ werteten. Kaum waren die Taschen verstaut und der Kühlschrank randvoll mit Pasta, Wasser und Wein, ging es auch schon an die Crew-Einteilung. Und natürlich: an die Playlist.
Der erste Abend endete, wie es sich gehört – mit Pizza, Aperol und der obligatorischen Diskussion, ob das Achterdeck wirklich groß genug für alle Yogamatten sei (Spoiler: war es nicht). Am Sonntagmorgen hissten wir die Segel – und Sail Away lief selbstverständlich auf voller Lautstärke. Der Wind war perfekt, das Meer ruhig, die Stimmung ausgelassen. Unser erstes Ziel: Amalfi, unser Klassiker.
Auf dem Weg kam es zur ersten „Manöver-Challenge“ des Jahres: Mann über Bord – glücklicherweise nur die Badeleiter. Nach 15 Minuten und zwei ziemlich chaotischen Wenden wurde sie erfolgreich geborgen, begleitet von Applaus der gesamten Crew und der ersten Runde Bordbier. In Amalfi angekommen, verlief das Anlegemanöver deutlich souveräner als im Jahr zuvor – fast schon elegant. Den Nachmittag verbrachten wir mit einem Spaziergang durch die Gassen, Zitroneneis in der Hand, und dem Gefühl, genau am richtigen Ort zu sein. Abends saßen wir an Deck, blickten auf die beleuchtete Küste und stießen auf das Wiedersehen mit der Amalfitana an.
Am nächsten Morgen ging es weiter nach Nerano. Der Himmel war wolkenlos, das Wasser so klar, dass man den Grund sehen konnte. Nur die Sache mit der Boje – sagen wir – wurde zur Geduldsprobe. Drei Versuche, zwei laute Rufe, ein Sprung ins Wasser, und schließlich war das Boot fest. Der Rest des Tages gehörte dem Badespaß: Klippenspringen, Stand-Up-Paddling, und die Entdeckung, dass Schwimmbrillen und Prosecco keine gute Kombination sind. Abends gab es an Bord Spaghetti aglio e olio, begleitet von Gelächter, Musik und einer improvisierten Tanzeinlage – denn wer braucht schon Platz, wenn man gute Laune hat?
Am Dienstag setzten wir Kurs Richtung Ischia, genauer: Sant’Angelo. Der Wind frischte auf, und die Wellen wurden höher – die perfekte Gelegenheit, um das Seekrankheits-Pflaster auf seine Wirksamkeit zu testen. Unterwegs gab es eine kleine Panne: Die Kaffeekanne verabschiedete sich bei einer kräftigen Böe über Bord – Stille an Deck. Danach beschlossen wir einstimmig, dass Espresso künftig nur noch im Hafen zubereitet wird. Angekommen in Sant’Angelo, legten wir souverän an, machten einen Spaziergang durch die kleinen, pastellfarbenen Gassen und ließen uns beim Abendessen direkt am Meer die Sonne ins Gesicht scheinen. Zurück an Bord beschlossen wir spontan, das Nachtbaden einzuführen – mit Musik vom Handy, schwimmenden Lichtern und einer Stimmung, die man kaum beschreiben kann.
Mittwoch war Wellness-Tag – Sorgeto, die heißen Quellen im Meer, warteten.
Kaum angekommen, entbrannte eine kleine Diskussion darüber, wer das Wasser „zu heiß“ und wer es „genau richtig“ fand. Am Ende saßen wir alle halb im heißen, halb im kalten Wasser – die einen meditierend, die anderen lachend mit Bier in der Hand. Nachmittags segelten wir gemütlich weiter zum Maronti-Strand, wo wir vor Anker gingen. Ein Teil der Crew nutzte die Zeit für ein Sonnenbad, während der Rest versuchte, mit der Drohne ein Gruppenfoto zu machen. Nach drei Versuchen, einem beinahe-Verlust und einem Anflug in die Segel war das Ergebnis: überraschend gut.
Der nächste Tag führte uns nach Procida, die kleine bunte Insel mit dem ganz eigenen Charme. Der Wind trieb uns zügig voran, und die Sonne brannte. Abends legten wir in einer kleinen Ankerbucht an, kochten gemeinsam und sahen den Lichtern der Insel zu. Der letzte Segeltag fühlte sich an wie eine lange Umarmung – Sonne, leichter Wind, Musik, und dieses bittersüße Gefühl, dass es bald vorbei ist.
Auf dem Rückweg wurde nochmal alles ausprobiert, was wir gelernt hatten: Segel setzen, Knoten binden, Manöver fahren. (Nicht alles lief perfekt, aber das tat der Stimmung keinen Abbruch.)
Zurück in der Marina d’Arechi hieß es: Aufräumen, letzte Pasta kochen, die letzten Reste Wein teilen. Und natürlich: das traditionelle Flunkyball-Finale am Steg.
Geschrieben von Tobias
Datum: 30. Juli – 06. August 2020
Boote: Oceanis 45
Anzahl: 10 Personen
Start/ Ziel: Marina d’Arechi
Seemeilen: 105
Man sagt, Segeln mit der Familie ist wie eine Beziehungstherapie – nur ohne Fluchtmöglichkeit. Und so standen wir da, an einem heißen Julitag in Marina d’Arechi, Salerno: fünf Personen, ein Boot, 35 Grad, null Schatten.
Die Crew: Ich – der Skipper, meine Mutter – überzeugt, dass sie das bessere Auge fürs Manövrieren hat, mein Stiefvater – Technikbegeistert, aber gefährlich optimistisch („Ach, das hält schon!“), meine Schwester – eher Typ Sonnendeck und Aperol und zwei Freunde – leichtsinnig genug, sich freiwillig anzuschließen. Was sollte da schon schiefgehen?
Nach dem chaotischen Check-in und gefühlten 40 Schleppgängen vom Supermarkt zum Boot liefen wir am späten Nachmittag aus. Kaum waren die Segel oben, begann der erste Streit: „Du fährst zu nah an die Küste!“ – „Ich seh’ das doch!“ – „Nein, du siehst gar nichts, du bist nur am Handy!“ Willkommen im Familienurlaub.
Trotz allem erreichten wir Amalfi sicher. Der Hafen war voll, das Anlegemanöver laut – meine Mutter gab Anweisungen von vorn, mein Stiefvater widersprach von hinten, und ich schwitzte in der Mitte. Irgendwann saßen wir fest, die Leinen waren belegt – und alle redeten gleichzeitig. Abends, beim Aperol auf dem Steg, war wieder Frieden.
So ist das eben auf See: Streit legt sich so schnell, wie Wellen brechen.
Am nächsten Morgen segelten wir Richtung Nerano. Die Sonne brannte, der Wind war schwach, und spätestens nach zwei Stunden wollte jeder was anderes:
„Lass uns baden!“ – „Lass uns weiterfahren!“ – „Ich will was essen!“ – „Ich will einfach nur Ruhe!“ Wir warfen an einer Boje den Anker und jeder tat genau das, was er wollte – und das war die Rettung des Tages. Meine Schwester las, mein Stiefvater bastelte an der Winsch, meine Mutter briet Zucchini auf offener Flamme, und ich sprang ins Wasser, um nicht in die Diskussion um die richtige Garzeit hineingezogen zu werden.
Abends herrschte dann Frieden. Die Sonne ging unter, jemand stellte Musik an – und plötzlich war alles wieder gut.
Weiter ging’s nach Ischia, in den kleinen Hafen von St. Angelo. Wunderschön, malerisch, teuer. Beim Anlegen passierte das Unvermeidliche:
Mein Stiefvater wollte rückwärts einparken, ich wollte längsseits gehen. Er ruft: „Ich hab das im Griff!“ – Ich: „Nein, du hast das Ruder!“ Das Ergebnis: ein kleiner Kratzer, ein großer Streit, und meine Mutter dazwischen mit einem „Jetzt reicht’s aber!“.
Wir sprachen zwei Stunden lang nicht miteinander. Erst als wir abends in den heißen Quellen von Sorgeto saßen – dampfendes Wasser, Salz auf der Haut, Wein in Plastikbechern – kam das Lachen zurück. „Immerhin sind wir nicht gesunken“, meinte einer. Und plötzlich war’s wieder schön.
Am nächsten Tag segelten wir nach Procida, vorbei am Maronti-Strand, hier machten wir seit vielen Jahren unseren Urlaub und beobachteten die ankernden Boote vom Strand aus, dieses Jahr waren wir einen von diesen Booten. Es war windig, die Wellen kräftig, und das Boot stampfte ordentlich. Meine Mutter war nervös, meine Schwester seekrank, und einer der Freunde entdeckte plötzlich ihre Angst vor Schräglage.
Ich blieb ruhig – äußerlich zumindest – innerlich zählte ich jede Minute bis zur Bucht.
Als wir endlich in Procida ankerten, war das Wasser ruhig, türkis, wie gemalt.
Wir sprangen ins Meer, lachten wieder, tranken Bier, und meine Schwester sagte irgendwann: „Vielleicht ist Segeln gar nicht so schlimm – wenn’s nicht wackelt.“
Die Rückfahrt verlief erstaunlich harmonisch. Vielleicht, weil alle müde waren – oder weil keiner mehr Energie für Diskussionen hatte. Wir saßen in der Sonne, hörten Musik, erzählten Geschichten von früher.Als wir in Marina d’Arechi einliefen, war es fast still. Alle packten ruhig zusammen, keiner schimpfte, keiner drängte. Nur meine Mutter sagte leise:
„Weißt du, trotz allem… das sollten wir wieder machen.“ Ich grinste.
Denn genau das ist Familie: anstrengend, laut, manchmal nervig – aber am Ende bleibt immer Liebe. Und ein Boot voller Erinnerungen. ❤️
Geschrieben von Spencer
Datum: 27. Juli – 03. August 2019
Boote: Oceanis 45
Anzahl: 8 Personen
Start/ Ziel: Marina d’Arechi
Seemeilen: 110
2019 war das Jahr unseres allerersten Segeltrips – Premiere! Abfahrt war in der Marina d’Arechi bei Salerno, ein wunderschöner Hafen mit Blick auf das schimmernde Tyrrhenische Meer. Die Aufregung war groß: Das erste Mal gemeinsam auf einem Boot, das erste Mal Verantwortung auf See, das erste Mal alles.
Unser Boot wurde an diesem Nachmittag liebevoll bezogen, während die einen sich um Proviant und Getränke kümmerten, waren die anderen damit beschäftigt, herauszufinden, wie man überhaupt die Betten bezieht, ohne sich gegenseitig umzuschubsen. Der Abend klang entspannt bei Pizza und dem ersten (nicht letzten) Aperol aus.
Früh am nächsten Morgen hieß es: Leinen los! Das Meer war ruhig, die Sonne strahlte – perfekter Start. Schon beim Verlassen des Hafens roch es nach Salz und Abenteuer. Unser Ziel: Amalfi.
Wir segelten entlang der atemberaubenden Küste, vorbei an steilen Felsen, bunten Häusern und Zitronenhainen. Die ersten Versuche, den Kurs zu halten, verliefen – sagen wir – „interessant“. Aber nach einer halben Stunde wusste jeder: Wir schaffen das.
Gegen Nachmittag liefen wir in den kleinen Hafen von Amalfi ein. Der erste Anleger war zwar etwas ruckelig (und von ein paar Zuschauern am Kai begleitet), aber erfolgreich!
Abends schlenderten wir durch die engen Gassen, aßen frische Pasta al limone und tranken Wein mit Blick auf das Meer. Noch bevor wir ins Bett fielen, waren sich alle einig: Das war der perfekte erste Tag auf See.
Am nächsten Morgen verließen wir Amalfi in Richtung Nerano, einer kleinen Bucht, die für ihr kristallklares Wasser bekannt ist. Das Anlegen an der Boje war eine kleine Herausforderung – viele Meinungen, ein Boot, und am Ende hatte doch der Skipper recht. Nachdem das Boot endlich sicher lag, sprangen alle ins Wasser. Stundenlang wurde gebadet, geschnorchelt und gelacht.
Am Abend zauberten wir unser erstes richtiges Bord-Dinner: Pasta mit allem, was die Kombüse hergab. Während die Sonne hinter den Klippen verschwand, saßen wir barfuß an Deck, spielten Karten und sahen den ersten Sternen zu.
Am Dienstag stand die längere Etappe an: Richtung Ischia, genauer gesagt in den Hafen von Sant’Angelo. Der Wind war auf unserer Seite, das Meer tiefblau – perfektes Segelwetter. Unterwegs kam plötzlich Wind auf, und ein paar Wellen schwappten über Deck. Während die einen begeistert jubelten („Endlich Action!“), klammerten sich andere lieber an die Reling und philosophierten über den Wert von festen Böden.
Am Nachmittag liefen wir in den kleinen, charmanten Hafen von Sant’Angelo ein – fast wie ein Postkartenmotiv. Wir verbrachten den Abend an Land, aßen frischen Fisch, probierten Limoncello und beobachteten, wie die Sonne hinter dem Vesuv verschwand.
Am nächsten Tag steuerten wir Maronti Beach an – ein breiter Sandstrand, wo wir den Tag mit Schwimmen und Sonnen verbrachten. Danach ging es weiter zur kleinen Bucht Sorgeto, wo heiße Quellen direkt ins Meer fließen. Dort zu sitzen, halb im warmen, halb im kalten Wasser, mit einem Bier in der Hand und dem Blick auf den Sonnenuntergang – das war pure Magie. Abends blieben wir vor Anker, kochten Risotto an Bord und genossen das leise Schaukeln.
Am nächsten Morgen segelten wir weiter nach Procida. Schon von Weitem sah man die farbenfrohen Häuser, die sich an die Felsen schmiegten. Wir ankerten in einer ruhigen Bucht, gingen mit dem Dinghy an Land und schlenderten durch die Gassen – vorbei an kleinen Cafés, Katzen und alten Fischern, die ihr Netz flickten.
Abends wurde gekocht, Musik gehört und noch lange geredet. Es war einer dieser Abende, an denen man vergisst, welches Datum eigentlich ist. Am letzten Tag ging es zurück Richtung Festland. Der Wind war mild, das Meer ruhig – perfekt, um einfach zu genießen. Die Stimmung an Bord war ein Mix aus Zufriedenheit und ein bisschen Wehmut. Als wir in die Marina d’Arechi einliefen, fühlte es sich fast an, als wären wir Profis geworden.Nach dem letzten Anleger (diesmal ohne Schreie und Chaos!) hieß es: Aufräumen, Restessen, Lachen, Erinnerungen teilen.
Und natürlich – ein letzter Sprung ins Wasser, bevor wir das Boot verließen.
Geschrieben von Felix
